Impuls

Erleuchtung

Das ewige Für und Wider gehört zu unserer menschlichen Existenz dazu. Das Wollen und Nicht-Wollen, manches suchen und mögen wir, anderes suchen wir um jeden Preis zu vermeiden und bauen dagegen Widerstände auf.

Die Grundstruktur unseres Ich beinhaltet, dass wir Leid, auch in Form von unguten Gefühlen vermeiden wollen und fast süchtig sind nach angenehmen Empfindungen. Das geht soweit, dass wir der irrigen Vorstellung anhängen, also der Illusion, dass unser Leben gelingt und wir auf dem rechten Weg seine, wenn wir gute Gefühle haben.

Aber das Leben besteht aus beiden, wir können Leid und unangenehme Gefühle nicht ausschließen. Manchmal begleiten sie wichtige innere Reifungsphasen, sind also notwendige Durchgänge, um Altes zurückzulassen. Trauer z.B. braucht ihre Zeit, damit die Seele einen Verlust verarbeitet.

Dennoch ist es wichtig zu unterscheiden, was die Auslöser für ungute Gefühle sind. Denn wenn sie aus inneren Angriffen und Abwertungen kommen, geht es nicht darum, ihnen Raum zu geben, sondern diese Angriffe zu stoppen. Einem unguten Gefühl geht meistens ein Gedanke oder eine Gedankenschleife voran. Reißt sie aus, damit sie euch keinen Schaden zufügen.

Wenn wir einen inneren Weg gehen, brauchen wir die Bereitschaft, auch unangenehme Gefühle wie unliebsame Hausgenossen in uns willkommen zu heißen. Wir machen uns auf die Suche nach ihrem Auslöser, indem wir das Licht der Bewußtheit auf sie lenken. Wir lernen zu beobachten, wie sie aufsteigen und wieder vergehen. Wir erkennen, dass sie vergänglich sind, genauso wie die ach so geliebten guten Gefühle.

Willigis sagt:
Ein wahrhaft Erleuchteter hat keine Widerstände mehr. Er lebt, weil er lebt, so wie eine Blume blüht, weil sie blüht. Er kommt und geht wie eine Blume. Abe es ist zweifelhaft, ob es unter den Menschen einen gibt, der dieses Ziel vollkommen erreicht.

Mandorla Geometrisch