Wochenimpuls

Neulich habe ich in der „Zeit“ einen Artikel gelesen zu einer regelmäßigen Befragung von ca. 1000 Menschen zu ihrer momentanen Stimmung. Erstaunlich war, dass in Zeiten von Corona die Stimmung bei den meisten merklich höher war als davor. Offenbar tut uns die Reduzierung gut, auf das Einfache, das Naheliegende und Wesentliche: unsere Familien, unsere Nachbarn, unseren Alltag, unser Haus und Garten …
… oder einfach auf diesen Schritt und diesen Atemzug.

Die Weisen dieser Welt predigen das seit jeher, und alle, die sich schon mal den Strapazen einer langen Wanderung ausgesetzt haben oder eine Krankheit durchmachen mussten oder durch die Pflege eines Angehörigen sehr angebunden waren etc., wissen, wie groß unsere Dankbarkeit für die kleinen Dinge im Leben wird, wenn nicht (mehr) alles geht.

Ein Weg nach innen zum Urgrund unseres Seins führt über die Beschränkung, daher gehören Schweigekurse dazu, lange Sitzungen auf dem Kissen, wenig Schlaf u.ä. Und wenn wir auf einem solchen Weg sind, können wir auch unseren Alltag in dieser Haltung leben, indem wir alles, was ist und auf uns zukommt, dankbar annehmen, als Ausdruck unsres Lebens genauso, wie es sein soll in diesem Moment!

Letztlich besteht Glück im wachen Da-Sein in diesem einen Moment, gestriges Glück ist nämlich Wehmuth und zukünftiges Glück ist Sehnen.

Je öfter uns der wache Moment gelingt, desto glücklicher sind wir, desto größer wird unsere Freiheit (von Vorstellungen, Wünschen, Begierden …)

Mandorla Geometrisch