Labyrinth zur Kontemplation

Das Labyrinth

 

Das Labyrinth gehört zu den ältesten Symbolen der Menschheit und ist in verschiedenen Kulturen zu finden. Es entstand vor über 3000 Jahren im Mittelmeerraum.

Das Christentum hat das Labyrinth schon früh in seinen Symbolschatz aufgenommen. Das älteste
christliche Labyrinth befindet sich in der 324 n. Chr. gebauten Reparatusbasilika in Algerien. In frühen mittelalterlichen Handschriften finden sich immer wieder Labyrinthdarstellungen. In der Gotik erlebte das Labyrinth eine Blütezeit und wurde in viele Kathedralen eingebaut.

Das Labyrinth symbolisiert unseren Weg als Mensch – durch das ganze Leben, durch ein Jahr oder eine Lebensphase. Gleichzeitig ist das Labyrinth ein Abbild unseres inneren Wachstums, wie die Jahresringe eines Baumes, die erst zum Vorschein kommen, wenn er gefällt wird.
Unser Weg kreist um eine Mitte – eine ungelöste Frage, ein Ziel, ein Problem. Im Labyrinth kreisen wir – um mit Rainer Maria Rilke zu sprechen – „in wachsenden Ringen“ um diese Mitte, mal sind wir ihr näher, mal ferner. Weil er organisch verläuft, ist er niemals linear.

Der Winter bietet sich an für den Rückzug nach innen. Zum Jahresende schauen wir nochmal zurück auf das Gewesene. Im Advent gehen wir auf das Licht zu … Alle diese Wege werden erfahrbar durch das langsame Gehen im Labyrinth. „Ich kreise um Gott, um den uralten Turm“, sagt Rilke in dem zitierten Gedicht weiter, „und ich weiß noch nicht, bin ich Falke, bin ich Sturm oder bin ich ein großer Gesang.“

Am 2. Advent 2018 legen wir wieder ein Labyrinth unter das Altarfenster der Stadtkirche in Friedberg und laden alle ein, es während der Öffnungszeiten der Kirche zur Einkehr zu nutzen.

 

Nächste gemeinsame Labyrinthbegehung mit Begleitung:
Im Dezember 2019
Treffpunkt ca. 5-10 Minuten vorher im Gemeindesaal der Stadtkirche.

Labyrinth zur Kontemplation