Advents – Labyrinth

 

Eine Gruppe von Frauen hat in der Stadtkirche Friedberg am 1. Advent wieder ein Labyrinth ausgelegt, wie in den letzten Jahren auch. Die Initiative stammte von der kürzlich verabschiedeten Pfarrerin Susanne Domnick und ist inzwischen zu einer beliebten Gepflogenheit geworden.

Das Christentum hat das Labyrinth schon früh in seinen Symbolschatz aufgenommen. Das älteste christliche Labyrinth befindet sich in der 324 n. Chr. gebauten Reparatusbasilika in Algerien. In frühen mittelalterlichen Handschriften finden sich immer wieder Labyrinthdarstellungen. In der Gotik erlebte das Labyrinth eine Blütezeit und wurde in viele Kathedralen eingebaut.

Drei Umstände laden uns gerade jetzt zu Einkehr und Rückzug ein: die Corona-Pandemie, die Adventszeit, der Winter. Alles zusammen kann einem fast schon zu viel werden, aber wir können uns nicht entziehen. Das Labyrinth in der Stadtkirche lädt uns ein, diese Zeit bewusst zu erleben. Es wird von vielen genutzt, um im Geiste einem zurückgelegten Weg (dieses Jahres oder einer Krise, einer Beziehung etc.) noch einmal zu folgen bis zur Mitte – zum Tief- oder Höhepunkt des Erlebten. Von da aus tritt man den Rückweg verändert an durch all die Windungen und Kreise, bis man gestärkt zurück findet in die Gegenwart.

Der Weg durch das Labyrinth lädt aber auch ein zur Entschleunigung, indem einfach ein Fuß vor den anderen gesetzt oder im Pilgerschritt, zwei Schritte vor einer zurück gemacht wird, und man sich erlaubt, in den Kreisen den Überblick zu verlieren und nur diesen einen Schritt zu kennen, ohne ein Ziel, so dass man ganz ankommt bei sich selbst.

Im Advent erleben wir die dunkelste Zeit im Jahr, oftmals wird auch unsere Stimmung überschattet in dieser Zeit. Wie im Labyrinth schreiten wir hindurch, auf die Mitte zu, wo das Licht der Weihnacht mit seiner tröstenden Botschaft auf uns wartet.

 

Das Labyrinth ist während der Öffnungszeiten der Stadtkirche von 14-17 Uhr, sonntags schon ab 11 Uhr, begehbar. Eingang am Brautportal auf der südlichen Längsseite der Kirche. Lassen Sie sich überraschen!